
Umweltschadstoffe
Wenn die Umwelt krank macht
Rund 65 000 chemische Stoffe sind in Deutschland registriert, hinzu kommen 20 000 Zusatzstoffe in der Nahrung. Innerhalb von einer bis zwei Generationen sind wir im Alltag mit einer Vielzahl neuer, meist natur- und körperfremder chemischer Verbindungen konfrontiert worden.
Bücher mit Druckerfarbe, der gefärbte Teppich, der geklebte Parkettfußboden, der verleimte Tisch, die Zahn-füllungen aus Amalgam, das Antiklopfmittel im Benzinmotor, Trockenbatterien, Kunstdünger, die Ausdünstungen von heiß gelaufenen Computern …
Kein Problem – jedenfalls für die allermeisten Zeitgenossen.
Multiple Chemische Sensitivität
Erst 1999 haben Mediziner die Diagnose „Multiple Chemische Sensitivität" (MCS) geprägt. Häufig genannte Symptome bei Verdacht auf MCS sind:
- Leistungsknick in Beruf und Freizeit,
- schnelle Ermüdbarkeit,
- schwankende Konzentrations und Gedächtnisstörungen,
- Ungeschicklichkeit bei Bewegugen, insbesondere der Handfunktionen (Fallenlassen, Zittrigkeit),
- mäßiges Druckgefühl im Kopf,
- unbestimmter Schmerz und Schweregefühl in Muskeln und Knochenansätzen,
- gesteigerter Speichelfluss,
- Schwellungen im Gesicht, insbesondere im Augenbereich,
- Schlafstörungen.
Alle diese Symptome können auch Ausdruck einer anderen körperlichen oder auch seelischen Erkrankung sein. Daher ist immer eine weitergehende Untersuchung und eine sorgfältige Ausschlussdiagnostik angezeigt – etwa durch modernste Labormedizin.
Das Bio-Monitoring
„Bio-Monitoring"schafft Klarheit über Umweltbeeinträchtigungen und Metall-Allergien. Bei diesen Untersuchungen wird die Belastung von Menschen durch Schwermetalle (Quecksilber, Blei, Nickel, Cadmium etc.), Umweltschadstoffe (Formaldehyd, Holzschutzmittel, Insektizide etc.), organische Lösungsmittel (Aceton, Butanol, Ethanol etc.) und ähnliches mehr erfasst. Auch Metall-Allergien (z.B. gegen Gold oder Platin) können so sicher diagnostiziert werden. Die Konzentration der Stoffe wird in »biologischem Material« gemessen, insbesondere im Blut und im Harn.
Mangel an Schutzstoffen? Was kann sonst noch helfen?
Zum Beispiel ein Test auf das Fehlen von Mikronährstoffen. Denn die Disposition für Schadstoffe aus der Umwelt kann individuell sehr verschieden sein. Möglicherweise spielt dabei neben angeborenen Überempfindlichkeiten auch ein Mangel an bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen und/oder Spurenelementen eine Rolle.
Ungünstige Ernährungsgewohnheiten sowie ein Fehlen von Schutz- und Vitalstoffen können die Symptome ebenso verstärken wie Zigarettenrauch oder Alkohol. Und sollten daher in das Ursachen-Screening mit einbezogen werden, um den Verdacht einer Erkrankung aus belasteter Umwelt möglicherweise zu erhärten. Oder um die Grundlage für eine sinnvolle Therapie gegen die Beschwerden zu schaffen

