Eigene klinische Studien

Eigene klinische Studien der Oncoscreen GmbH®

Neben verschiedenen Aufträgen zur molekularbiologischen Begleitung von klinischen Studien und medizinischen Forschungsprojekten hat Oncoscreen auf dem Gebiet der molekularen Labordiagnostik bislang drei klinische Studien initiiert und eine zurückliegende Studie anhand von paraffinkonservierten Gewebeproben retrospektiv analysiert. Dabei wurden Mutations- und Genexpressionsanalysen durchgeführt.

Das Dienstleistungsunternehmen Oncoscreen unterstützt auch Sie bei der professionellen Beantwortung molekularbiologischer Fragestellungen im Rahmen klinischer Studien. Näheres finden Sie auf der Seite Molekularbiologische Begleitung Ihrer klinischen Studien.

 

Retrospektive Analyse von Studien der Forschungsgruppe Onkologie gastrointestinaler Tumore (FOGT)

Oncoscreen hat die adjuvanten Studien für Kolonkarzinom (FOGT1) und Rektumkarzinom (FOGT2) retrospektiv analysiert. In diesem Zusammenhang wurden Paraffinpräparate von 471 Tumorproben bearbeitet, 331 Tumore (70%) konnten molekularbiologisch hinsichtlich der Höhe der Genexpression von Thymidylat-Synthetase (TS), Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) und Thymidin-Phosphorylase (TP) analysiert werden. Dies ist die erste umfangreiche Untersuchung zur Bedeutung dieser molekularen Marker bei adjuvant zu behandelnden kolorektalen Tumoren. Die Resultate sind publiziert:
Kornmann et al.: Association of time to recurrence with thymidylate synthase and dihydropyrimidine dehydrogenase mRNA expression in stage II and III colorectal cancer. J Gastrointest Surg. 2002 May-Jun;6(3):331-7.
Kornmann et al.: Thymidylate synthase and dihydropyrimidine dehydrogenase mRNA expression levels: predictors for survival in colorectal cancer patients receiving adjuvant 5-fluorouracil. Clin Cancer Res. 2003 Sep 15;9(11):4116-24.

Eine prospektive Nachfolgestudie (FOGT4-Studie) wird von Oncoscreen im Auftrag der Forschungsgruppe Onkologie gastrointestinaler Tumore molekularbiologisch begleitet.

 

Retrospektive Analyse von paraffinkonservierten Proben aus der Studie adjCCA-01 (adjuvante Chemotherapie bei Colon-Karzinom)

Oncoscreen untersuchte die Expression von Thymidylat-Synthetase (TS), Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) und Thymidin-Phosphorylase (TP) an 124 paraffin-konservierten Primärtumor-Proben. Die Untersuchung ergab, dass die Rezidivhäufigkeit gemäß der Multivarianzanalyse positiv mit niedrigen medianen TS-Genexpressionswerten signifikant korreliert ist (p=0,02). Die Resultate wurden u.a. im Rahmen der Jahrestagung 2001 der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) als Poster veröffentlicht (Nehls et al.: Intratumorale Thymidylat-Synthetase-Genexpression und klinische Resultate nach einer adjuvanten Therapie mit 5-Fluorouracil als Bolus-Applikation beim Kolonkarzinom im Stadium III).

 

Nebenwirkungen von 5-Fluorouracil/DPD-Exon-14-Skipping-Mutation

Eine von Oncoscreen und dem Klinikum für Innere Medizin II der Friedrich Schiller Universität Jena durchgeführte retrospektive Untersuchung zur Prävalenz der Exon-14-Skipping-Mutation im DPD Gen bei nahezu 900 Probanden und Krebspatienten konnte inzwischen erfolgreich abgeschlossen werden. Im Rahmen dieser Arbeit wurde neben der Ermittlung der Prävalenz dieser Mutation (1%) die Relevanz dieser Mutation für das Auftreten von lebensbedrohlichen Nebenwirkungen des 5-Fluorouracil statistisch sicher belegt. Die Resultate dieser Studie sind publiziert (Raida M, Schwabe W, Hausler P, Van Kuilenburg AB, Van Gennip AH, Behnke D, Hoffken K.: Prevalence of a common point mutation in the dihydropyrimidine dehydrogenase (DPD) gene within the 5'-splice donor site of intron 14 in patients with severe 5-fluorouracil (5-FU)- related toxicity compared with controls. Clin Cancer Res. 2001 Sep;7(9):2832-9.)

 

Prospektive Nachfolgestudie zur DPD-Molekulardiagnostik in Auswertung

Im Rahmen einer prospektiven Studie zur quantitativen Relation von Genotyp und Phänotyp bei Trägern DPD Exon 14-Skipping Mutation konnten zwischen Januar 2001 und Juli 2003 insgesamt 1455 Patienten rekrutiert und getestet werden. Unter diesen Patienten fanden sich 15 heterozygote Mutationsträger, was frühere Daten zur Prävalenz bestätigt. Die Mutationsträger zeigten eine signifikant erhöhte Halbwertszeit beim DPD Abbau und eine deutliche Neigung zu schweren Nebenwirkungen. Eine Publikation der Daten ist in Vorbereitung.

 

Studie zum Zusammenhang zwischen dem Promotorstatus der Thymidylatsynthetase (TS) und Ansprechen auf 5-Flourouracil

Die Menge an TS-Enzym wird durch die Aktivität des TS-Gens bestimmt, welche wiederum durch den TS-Promotor beeinflusst wird. Schon seit Längerem ist bekannt, dass zwei in der Bevölkerung hauptsächlich Varianten (Allele) des TS-Promotors vorkommen, von denen eines eine geringe Aktivität des TS-Gens zur Folge hat. Verschiedene klinische Studien zeigen, dass die Tumore solcher Patienten besonders gut auf 5-FU ansprechen. Zur Zeit überprüft Oncoscreen diesen Zusammenhang in Kooperation mit der Forschungsgruppe gastrointenstinaler Tumore (FOGT) im Rahmen einer klinischen Studie.

 

Studie zum Zusammenhang zwischen Topoisomerase I Expression und dem Ansprechen auf Irinotecan

Das Chemotherapeutikum Irinotecan (CPT-11, Campto) hemmt die Topoisomerase I (TopoI) mit der Folge, dass schnell wachsende Tumorzellen ihre DNA Replikation nicht vervollständigen können und daher absterben. Es gibt Hinweise in der wissenschaftlichen Literatur, denen zufolge eine hohe Expression des TopoI-Gens mit einem guten Ansprechen auf Irinotecan korreliert. Zur Zeit überprüft Oncoscreen diesen Zusammenhang in Kooperation mit der Forschungsgruppe gastrointenstinaler Tumore (FOGT) im Rahmen einer klinischen Studie.